Wo Koch- und Sprachkunst 

zueinander finden.

Rundbrief Juni 2018

Joachim Ringelnatz (1883-1934) hat uns mit seinem Gedicht so verzaubert, dass wir es Ihnen schon im vergangenen Jahr ans Herz gelegt haben. Glücksmomente, wie sie der Autor so wundervoll in Worte zu fassen weiß, kann man nie genug kriegen, oder? Deshalb geben wir Ihnen die schöne Empfehlung für den Juni gern wieder mit auf den Weg:

Sommerfrische


Zupf dir ein Wölkchen aus dem Wolkenweiß, 
Das durch den sonnigen Himmel schreitet. 
Und schmücke den Hut, der dich begleitet, 
Mit einem grünen Reis.


Verstecke dich faul in der Fülle der Gräser. 
Weil`s wohltut, weil`s frommt. 
Und bist du ein Mundharmonikabläser
Und hast eine bei dir, dann spiel, was dir kommt.


Und lass deine Melodien lenken 
Von dem freigegebenen Wolkengezupf. 
Vergiss dich. Es soll dein Denken 
Nicht weiter reichen als ein Grashüpferhupf.


Foto: Klaus Butenschön - www.ihr-fotograf-butenschoen.de


Ein neuer Chef Rôtisseur

Wie Sie sicher wissen, ist unser Haus Mitglied in der weltweiten Feinschmeckervereinigung „Chaîne des Rô-tisseurs“. Einen solch hervorragenden Status erwirbt ein Restaurant sich ausschließlich durch das hohe fachliche Können seiner Köchinnen, Köche und seiner Service-kräfte. Wir sind sehr stolz darauf, dass Sandu Achim-Weber, unser stellvertretender Küchenchef, am 12. Mai im ehrwürdigen Reichssaal im Alten Rathaus zu Regens-burg zum „Chef Rôtisseur“ befördert wurde. Die Zuge-hörigkeit zu der Organisation mit weltweit 23.000 pro-fessionellen und nicht-professionellen Mitgliedern ist uns Ehre und Verpflichtung zugleich: Unsere Gäste können bei uns überdurchschnittlich gutes Essen und eben-solchen Service zu bezahlbaren Preisen erwarten. 



Ein Espresso für Ahmad

 

Es gibt viele Möglichkeiten, Menschen zu helfen, die aus guten Gründen aus ihrer Heimat fliehen mussten. Wir haben uns für einen ganz individuellen Weg entschieden. Die Geschichte ist authentisch, den Namen haben wir geändert.

Ahmad ist 29 Jahre. Er flüchtete wie so viele 2015 aus Aleppo über den Libanon, Marokko, Spanien und Holland nach Berlin. Ein mit uns befreundetes Ehepaar unterstützt ihn dort nach Kräften. Sie haben ihm eine Wohnung besorgt, ein Fahrrad – das hat Bernd Rings gestiftet - und waren ihm bei der Arbeitssuche behilflich. Er hat eine Dreiviertelstelle in einer Wohngemeinschaft des Diakonischen Werks und betreut dort demente Menschen. Nebenbei arbeitet er wöchentlich sechs Stunden als Gerätewart beim Sportbund Berlin. Ahmad verdient monatlich 1.100 €. Davon überweist er 250,00 € an seine Mutter; täglich telefoniert er mit ihr – da ist auch die günstigste Prepaid-Karte rasch aufgebraucht. Für seine kleine Wohnung zahlt er 110 €. Und er spart jeden Monat 50 €. Da bleiben 690 €. Das reicht zum Überleben; große Sprünge kann er damit nicht machen.

Ahmad hat große Sehnsucht nach seiner Mutter. Sie lebt allein in Aleppo; die Zahlungen des Sohnes tragen zum größten Teil zu ihrem Lebensunterhalt bei. Der junge Mann möchte seine Mutter gern wiedersehen. Das ist natürlich in Syrien nicht möglich, denn er würde sofort verhaftet werden. Die Begegnung muss in einem Drittland stattfinden. Früher war das im Libanon möglich. Diese Gelegenheit scheidet aus, weil Ahmad und seine Mutter zwar in Beirut landen, aber den Flughafen nicht verlassen und höchstens in einem „Niemandsland“, wie es am Flughafen Frankfurt existiert, für ein paar Stunden kommunizieren dürften.

Zur Zeit bestehen für beide relativ unkomplizierte Einreisemöglichkeiten in Malaysia und in Niger, einem der ärmsten Länder der Welt, das zudem immer wieder von harten Terroranschlägen heimgesucht wird. In einem dieser Länder könnten sie sich auch ein paar Tage aufhalten.

Die Reise- und Unterbringungskosten für beide nach Kuala Lumpur oder nach Niamey liegen bei ca. 3.000 €. Die möchten wir gemeinsam mit ihm, unseren Berliner Freunden und mit Ihnen „stemmen“. Wir bitten Sie sehr herzlich um Ihre Unterstützung.

Deshalb gilt für die beiden Monate Juni und Juli unser Angebot: Der Erlös eines jeden Espresso, den Sie nach dem Mittagessen immer für 1,00 € erhalten, geht zu 100 Prozent an Ahmad. Gern können Sie auch den Normalpreis von 2,30 € zahlen oder auch mehr. Wir hoffen auf eine große Beteiligung und werden Sie nach Ende unserer Aktion über das Ergebnis unterrichten.

Den ganz besonderen literarischen Leckerbissen im Juni finden sie hier!

Wir wünschen Ihnen eine gute Zeit, und wir bitten Sie: Reservieren Sie rechtzeitig, denn dann können wir Ihnen - erstens - die besten Plätze anbieten und - zweitens - uns länger auf Sie freuen.