Wo Koch- und Sprachkunst 

zueinander finden 

Rundbrief Februar 2018

Wir fassen uns kurz: Die Montagsgerichte finden Sie hier.

Allen Gästen, die mit uns sehr fröhlich in das Jahr 2018 gefeiert haben, möchten wir von Herzen danken für die tolle Stimmung, die sie mitgebracht und mit uns geteilt haben. Wir freuen uns schon jetzt über die ersten Reservierungen, die wir für den nächsten Silvesterabend in unser dickes Buch eintragen durften.

Heute lassen wir Wilhelm Busch sprechen, der 1905 mit heiterer Gelassenheit über die Zeit schrieb, die im zweiten oder dritten Monat des Jahres ihren Höhepunkten zustrebt:

„Auch uns, in Ehren sei's gesagt,
Hat einst der Karneval behagt,
Besonders und zu allermeist
In einer Stadt, die München heißt.

Wie reizend fand man dazumal
Ein menschenwarmes Festlokal,
Wie fleißig wurde über Nacht
Das Glas gefüllt und leer gemacht,

Und gingen wir im Schnee nach Haus,
War grad die frühe Messe aus,
Dann konnten gleich die frömmsten Fraun
Sich negativ an uns erbaun.

Die Zeit verging, das Alter kam,
Wir wurden sittsam, wurden zahm.
Nun sehn wir zwar noch ziemlich gern
Die Sach’ uns an, doch nur von fern
(Ein Auge zu, Mundwinkel schief)
Durchs umgekehrte Perspektiv.“

Wie Sie die närrische Zeit verbringen, ob in München im menschenwarmen Festlokal fleißig Gläser füllend und leerend oder brav daheim, das überlassen wir ganz Ihnen. Wir wollen Sie auch in der närrischen Zeit von früh bis spät willkommen heißen und bestens mit Speis und Trank versorgen. Ein kulinarischer Höhepunkt soll der Aschermittwoch am 14. Februar sein.

Ja, Sie haben richtig gelesen: Aschermittwoch. Denn an diesem Tag ist auch Valentinstag, der Tag, an dem Sie Gelegenheit haben, dem oder den Menschen, die Sie lieben, Ihre Zuneigung zu zeigen. Das können Sie selbstverständlich auch an möglichst vielen anderen Tagen tun, aber in den letzten Jahren ist der Valentinstag so etwas wie Muttertag geworden: Vor allem vom Blumen- und Süßwarenhandel forciert, hat sich inzwischen der Brauch weit verbreitet, liebenswerten (= der Liebe werten) Menschen an diesem Tag eine kleine Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Das können Sie z.B. mit einem Blumenstrauß tun, mit einem Buch, einer Tafel köstlichster Schokolade oder mit allen dreien. Und vor allem mit einer Einladung zu unserem Menü mit ausgesuchten Zutaten.

Mittwoch, 14. Februar, ab 18.30 Uhr: Dreigangmenü zum Valentinstag

Der „poetische Landvermesser“ gilt als einer der bedeutendsten ukrainischen Schriftsteller der Gegenwart und als namhafter Übersetzer. Deutsch hat er bereits in der Schule erlernt. Für seine Verdienste als kultureller Brückenbauer wurde er vielfach ausgezeichnet, z.B. mit dem Leipziger Buchpreis für europäische Verständigung und mit der Goethe-Medaille. Sein „Kleines Lexikon intimer Städte“ ist zugleich Reisebrevier und „Autogeografie“, also eine Auto­biografie als geografisches Mosaik mit alphabetischer Route von Aarau bis Zug. Aus sei­nem großen Erfahrungshorizont hat Juri Andruchowytsch 39 ganz unterschiedliche Orte aus­gewählt: Ob Moskau oder München, New York, Nijmegen oder Novi Sad, Venedig oder War­schau: Andruchowytsch weiß die interessantesten Erlebnisse und Entdeckungen zu präsen­tieren – und überraschende Perspektiven zu eröffnen.

Kooperation mit dem Partnerschaftsverein Charkiw-Nürnberg.

Vor der Lesung bietet Literaturhaus-Küchenchef Bernd Rings auf die Veranstaltung abge­stimmte Gerichte.

Aus organisatorischen Gründen leider keine Lesungsreservierung per Mail möglich.

Vorverkauf im Café-Restaurant Literaturhaus.


Mittwoch, 14. Februar, ab 18.30 Uhr: Dreigangmenü zum Valentinstag

Wir dekorieren unseren gemütlichen Literatursalon für Sie. Er eignet sich für feine und besondere Essen, denn man kann sich dort sehr angenehm in kleiner Runde unterhalten. Mit Kandelabern, Kerzen und liebevoll zusammengestellten Blumengestecken schaffen wir eine stimmungsvolle und entspannte Atmosphäre. Genießen Sie:

oder

Passende Weine und andere Getränke empfehlen unsere freundlichen Damen und Herren gern. Für das Menü erbitten wir 28,50 €.

Wir haben die für uns erfreuliche Erfahrung gemacht: Solche leckeren Menüs sind schnell ausgebucht. Deshalb raten wir Ihnen: Reservieren Sie geschwind.

Unsere Montagsgerichte

Auch im Februar sollen die Wochen für Sie mit Speisen beginnen, die Sie zwar gerne essen, aber zu Hause entweder gar nicht oder nur sehr selten kochen, weil Sie dafür zu viel Zeit brauchen. Wie immer erhalten Sie zu jedem Gericht ein kleines Tagesdessert.

05.02.18: Grünkohl mit Ammerländer Pinkel, Kasseler oder Schinkenknacker und Salzkartoffeln

11,50 €

12.02.18: Knuspriger Spanferkelrollbraten aus Rücken und Bauch auf Biersoße mit Rahmwirsing und Kartoffelstampf

11,50 €

19.02.18: Kalbsleber, Berliner Art, mit geschmorten Zwiebeln und Äpfeln, dazu Kartoffelpüree

13,80 €

26.02.18: Rotbarschfilet „Orly“, in Bierteig gebacken, auf Tomatensoße, dazu Salat

12,50 €

Zum ersten Montag haben wir etwas anzumerken: Wir haben den Grünkohl erfolgreich nach Nürnberg gebracht! Bis vor wenigen Jahren war die Pflanze hier fast unbekannt, heute werden wir schon im August gefragt, wann es denn endlich Grünkohl gibt. Antwort: Schon ab September, aber am besten ist er im Winter, wenn er im Freien mehrere Fröste abbekommen hat. Dann stellt er nämlich die Bildung von Bitterstoffen ein, mit denen er sich gegen Fressfeinde wehrt. Nur zur Erinnerung: Pinkel ist eine geräucherte grobkörnige Grützwurst, sehr herzhaft schmeckend, die besonders in der Gegend um Oldenburg und Bremen zu Grünkohl gegessen wird. Wir beziehen unseren Pinkel von der Ammerländer Schinkendiele in Bad Zwischenahn.


Ein kleiner Hinweis zum Gebrauch von Notebooks

Zugegeben, das Thema ist ein heißes Eisen, es wird kontrovers diskutiert. Aber wir müssen Stellung beziehen:

Unser Restaurant und Café ist bei vielen Menschen beliebt als ein Ort, an dem man in Zeitungen und Büchern stöbern kann, wie man das von traditionellen Kaffeehäusern kennt, als ein Ort der Kontemplation also. Zugleich verbinden nicht wenige Gäste das Angenehme mit dem Nützlichen und arbeiten bei uns konzentriert am Notebook. Das ruft manchmal Befremden bei der einen oder dem anderen hervor. Ein exemplarischer Internetkommentar: „Gemütlich einen Platz an der Bar eingenommen, hat mir die Atmosphäre … besser gefallen als früher. Kann es sein, dass die etwas rigider mit dem Laptop-Verbot umgehen? Wenn nicht, dann haben die Leute vielleicht so langsam kapiert, dass es nichts Schrecklicheres gibt, als ein Frühstückslokal, in dem die elektronischen Geräte vor sich hinbrummen und die Leute teilnahmelos auf ihre Bildschirme starren. ...“

So weit wie manche anderen Lokale wollen wir nicht gehen. Dieses Schild hängen wir nicht auf. Auch die arbeitenden Gäste mit Notebook sind uns willkommen. Unser Anliegen: Bitte verteilen Sie Ihre Unterlagen nicht über mehrere Plätze oder gar Nachbartische. Und nicht zu vergessen: Alle hier beschäftigten Menschen leben da­von, dass die meisten Gäste unsere Speisen, Getränke und die direkte Kommunikation miteinander mehr schätzen als Internet und Soziale Medien.



19.2., 20.00 Uhr: Fernando Aramburu: Lesung aus dem preisgekrönten Roman „Patria“ auf Deutsch

Ein Sensationserfolg glückte Fernando Aramburu mit „Patria“, in Spanien als „Roman des Jahres“ gefeiert und mit den bedeutendsten Preisen ausgezeichnet. Begeistert ist auch Literatur-Nobelpreisträger Mario Vargas Llosa: „Diese Geschichte hat das Leben selbst geschrieben … Ich habe schon lange kein so überzeugendes und bewegendes Buch gelesen.“ Lebendig werden lässt der Autor Schicksale in einem baskischen Dorf: Bittori und Mirren, seit ihrer Kindheit die besten Freundinnen, werden durch die Zerreißproben des ETA-Bürgerkriegs entzweit – genau wie ihre Familien und die anderen Bewohner des Baskenlands. Die größte Herausforderung: Versöhnung – für die ganze Region und in zerbrochenen Beziehungen!

Aus organisatorischen Gründen leider keine Reservierung per Mail möglich.

Ab 18.30 Uhr: Einlass und Abendkasse sowie Gelegenheit, auf die Lesung abgestimmte Gerichte zu genießen.